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Berichte DSSC Semifinale

Submitted by Dhushan on Thu, 11/08/2007 - 16:16.

Um Haaresbreite...

 

Viel hätte nicht gefehlt und dem Cricket Team der Universität Göttingen wäre nach den Spielen gegen Pak Alemi und den HSV gegen den Titelverteidiger und vierfachen Meister DSSC Berlin mit einer erneut kämpferisch überzeugenden Leistung der dritte sensationelle Sieg hintereinander gelungen. Letzten Endes waren es die auf diesem Niveau so entscheidenden Kleinigkeiten, die einen Finaleinzug des Göttinger Teams verhinderten.

 

Vier Wochen nach dem sensationellen Gewinn der Norddeutschen Meisterschaft gegen den HSV kam es für die Göttinger am 09. September auf dem Gelände des Instituts für Sportwissenschaft endlich zum Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen die mit drei Nationalspielern gespickte Mannschaft des DSSC Berlin. Dabei sah sich die Mannschaft im Vorfeld mit einer „höheren Gewalt" der besonderen Art konfrontiert. Mit Skipper Phil Brown und Markus Nitsch weilten gleich zwei Spieler an dem bewussten Wochenende auf Hochzeitsgesellschaften im europäischen Ausland. Das in Italien offenbar allgemein übliche frühe samstägliche Ende der Feierlichkeiten erlaubte es zumindest Markus noch rechtzeitig in Göttingen zu erscheinen. Für den in Frankreich als sonntäglichen Trauzeugen verpflichteten Phil gab es jedoch kein Entrinnen. Dem willkommenen Heimvorteil stand damit leider das Fehlen des etatmäßigen Kapitäns und vielleicht wichtigsten Spielers gegenüber. Angeführt wurde das Göttinger Team in seiner Abwesenheit von Vize-Kapitän Jegannath Korukottu.

 

Die Berliner gewannen den vom Göttinger Gänseliesel ausgeführten Toss und entschieden sich dafür bei ebenso wolkigen wie windigen äußeren Bedingungen zunächst zu fielden. Und wieder einmal begann das Göttinger Innings alles andere als verheißungsvoll. Bereits nach 5 Overs waren die beiden Opening Batsmen Muhammad Abid und Ayoma Abeywickrame durch das akkurate Berliner Bowling ausgeschaltet. Danach gelang es jedoch Alastor Premnath und Durga Saggu, der als bester Göttinger Batsman 26 Runs erzielte, das Göttinger Innings auf Kurs zu bringen. Doch gerade als sich leiser Optimismus breit zu machen begann, gelang es den Berlinern kurz hintereinander drei Göttinger Wickets zu nehmen. Nach diesem Rückschlag standen für die Göttinger nach 23 Overs gerade einmal 70 Runs zu Buche. Doch auch diesmal zeigte sich die in dieser Saison entdeckte Qualität und Geduld der unteren Battingorder. Wieder gelang es 47 der nach einer kurzen Regenunterbrechung zur Verfügung stehenden 49 Overs zu nutzen und das Ergebnis noch bis auf 130 Runs zu verbessern. Wertvolle Beträge lieferte dabei insbesondere die Partnership zwischen Patrick Sheehy und Jegannath Korukottu, die 16 bzw. 14 Runs erzielten.

 

Von Beginn an war klar, dass wieder eine extrem engagierte und konzentrierte Leistung nötig sein würde, um diese 130 Runs zu verteidigen. Und den lieferte das Göttinger Team! Gegen die gut aufgelegten und variantenreich bowlenden Roshan Ariyanayagam (2-19 from 10 Overs) und Jegannath Korukottu (1-15 from 6 Overs) verloren die Berliner bereits in der Anfangsphase ihres Innings drei Wickets. Auch danach bowlte und fieldete das Uni Team weiter auf traditionell hohem Niveau, so dass es den Berlinern schwer fiel, ihre Runs zu erzielen. Allerdings gelang es den Göttingern zwischen dem 16. und 32. Over auch nicht, weitere Wickets zu nehmen. Vor allem der souverän agierende und später zum „Man of the Match" gewählte Nationalspieler Asif Khan, der 41 Runs erzielte, hielt das Innings des DSSC zusammen. Zudem ließen die Göttinger in dieser Phase zwei leichte Catches fallen. Doch gerade, als die Niederlage unabwendbar und die Frustration übermächtig zu werden drohte, begannen auf einmal wieder, in regelmäßigen Abständen Wickets zu fallen. Das Uni Team witterte Morgenluft und mobilisierte noch einmal seine letzten Kräfte. Die Spannung steigerte sich zusehends und erreichte ihren Höhepunkt, als beim Stand von 116 Runs Narayanan Raghavendran, der als bester Göttinger Bowler 3-41 from 7 Overs) erzielte, das siebte Berliner Wicket nahm. Danach verlor der DSSC jedoch nur noch ein weiteres Wicket und erzielte schließlich im 45. Over den 131. Run, der ihm den hart erkämpften Sieg brachte.

 

Auch wenn in Anbetracht des knappen Ergebnisses ein Sieg - und damit der Finaleinzug gegen das befreundete Team aus Bonn - möglich gewesen wäre, hielt sich die Trauer bei den Göttingern jedoch in Grenzen. Denn sowohl die Tages- als auch die Saisonbilanz fallen vorzüglich aus.

Für den Tag stand ein spannendes Match in einer phantastischen Atmosphäre zu Buche. Dass sich trotz der widrigen Witterungsbedingungen zahlreiche Zuschauer einfanden, lässt darüber hinaus hoffen, dass sich vielleicht der ein oder andere - vor allem aber die zahlreich für ein Miniturnier erschienen Kinder - bleibend für den Cricketsport begeistern. Zu danken ist an dieser Stelle vor allem dem Organisationsteam um Dhushan, David, Param und Michael.

Das Spiel gegen den DSSC war damit - trotz des Ausscheidens - auch ein würdiger Schlusspunkt für eine Saison, in der sich die Mannschaft ganz besonders dank ihres unbändigen Teamgeistes so weit gesteigert hat, dass sie in drei aufeinander folgenden Spielen Mannschaften schlagen und herausfordern konnte, die seit Jahren zu den Topteams des deutschen Crickets zählen.

 

Und jedem, der dies zu Saisonbeginn auch nur leise anzudeuten gewagt hätte, wäre bestenfalls belächelt worden. Mit größerer Wahrscheinlichkeit hätte man ihm aber wohl nahe gelegt, sich in die Obhut eines Psychologen zu begeben...

 

 

Submitted by Dhushan on Thu, 11/08/2007 - 16:16.
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