Eigenbericht 
15.03.2005
NDCV offene Hallenmeisterschaft 2005
Göttingen gibt Titel an den ewigen Konkurrenten Alster HH ab

Vorweg: der Alster Cricket Club aus Hamburg ist neuer norddeutscher Cricket- Hallenmeister! Aber der Reihe nach. Am vergangenen Wochenende drehte sich in der großen Göttinger Universitätssporthalle alles um Cricket.

Angereist waren fünf Teams, zusätzlich zwei Göttinger Mannschaften. Der Fallingbostel Cricket Club, das Team des Pak Alemi Cricket Club Hamburg sowie die erste Mannschaft des Cricket Team der Universität Göttingen hatten sich in der Gruppe 1 auseinanderzusetzen, in der Gruppe 2 spielten das 2. Göttinger Team, die Bowling Stones aus Steinfeld, der Bonn Cricket Club sowie der Alster Cricket Club aus Hamburg.

Das 2. Göttinger Team wurde nicht etwa aufgestellt, um die Siegchancen Göttingens zu verdoppeln, sondern vielmehr um den Spaß am Spiel ein wenig zu verlängern, wirkliche Siegchancen hatte diese Auswahlmannschaft zu keinem Zeitpunkt. Und möglich wurde die Teilnahme erst durch die kurzfristige Absage des Celler und des Buxtehuder Teams.

Das Reglement sah die üblichen Hallenregeln vor, jedoch waren die Spiele zeitlich auf ca. eine Stunde begrenzt, was auch eingehalten wurde, war für jedes Innings nur zehn Overs vorgesehen. Und in den Vorrunden bestätigten sich die insgeheim als Favoriten gehandelten Teams. Göttingen I wurde vor dem Pak Alemi Team Gruppenerster, sowie die Bonner vor dem Alster CC in der Gruppe II. Also trafen im Halbfinale Göttingen I auf das HH Alster Team, sowie der Bonn CC gegen Pak Alemi. Alster konnte gegen Göttingen 124 Runs bei 3 Wickets vorlegen, für Göttingen hieß es bei 106 Runs „all out“. Laut dem Göttinger Kapitän Alastor Premnath verlief dieses Spiel anfangs jedoch eher zugunsten seines Teams, erst gegen Ende wandelte sich das Blatt in wenigen Minuten. Dennoch kann Göttingen gut mit dieser Niederlage leben, hatten sie bei den letzten Meisterschaften die Hamburger im Finale vom Platz geschickt; darüber hinaus verbindet die ewigen Konkurrenten eine langjährige Freundschaft.

Im zweiten Halbfinalspiel konnte das Pak Alemi Team gegen Bonn nur 69 Runs vorlegen, bevor es wieder „all out“ hieß. Bonn dagegen erspielte sich souverän 72 Runs bei 0 Wickets. Und damit waren die Finalisten klar: der Bonn CC versus den Alster CC aus Hamburg.

Prognosen über den möglichen Sieger des Finales waren bestenfalls im Kaffeesatz zu lesen, ansonsten nicht wirklich möglich, haben beide Teams bis hierher überragende Leistungen gezeigt. Und spannend ging es los. Alster legte 125 Runs mit 3 Wickets in seinem Innings vor, was zwar ein respektables Ergebnis war, allerdings keine unlösbare Vorlage für den nordrhein- westfälischen Hallenmeister Bonn. Was nun allerdings passierte ist nicht wirklich erklärbar, fielen im Bonner Innings schnell die Wickets. Bereits nach 73 Runs hieß es wieder einmal „all out“. Der neue norddeutsche Hallenmeister stand fest: der Alster Cricket Club Hamburg, was diese Spieler zu spontanen Freudentänzen auf dem Feld animierte.

Der Finalsieg war alles andere als selbstverständlich, wurde in Göttingen Cricket auf höchstem spielerischem Niveau gezeigt. Und artig bedankten sich die Hamburger bei Göttinger Publikum und ihren Gegnern. Die anschließende Siegerehrung durch den Göttinger Bürgermeister brachte neben den Wanderpokal für den Sieger noch einige Sonderpreise: als bester Batsman wurde Alok ausgezeichnet, der beste Bowler des Turniers war Ajit Singh, der beste Fielder Nilay Kumar Pateh sowie der beste Spieler des Turniers Channa Liyanarachi. Ein Sonderpreis für die beste sportliche Leistung ging an Bettina Hammersen, sie behauptete sich als einzige Frau des Turniers für das zweite Göttinger Team, und konnte ein ganzes Innings lang ihr Wicket als erste „Batsfrau“ verteidigen. Unabhängig von den sportlichen Ergebnissen und Leistungen ist zu erwähnen, dass auf den Tribünen eine ausgesprochen gute Stimmung herrschte und viele Freundschaften der doch recht kleinen deutschen Cricket- Szene gefestigt wurden. Den Spiele wurde begeistert gefolgt, wenn nicht gerade die obligatorischen Teepausen abgehalten wurden.