Göttinger Tageblatt
15.03.2005

Uni- Team verpasst den Sieg

Aus im Halbfinale

Göttingen (seh) Für die Titelverteidigung reichte es nicht ganz. AM ende blieb den Spielern des Cricket- Teams der Georg- August Universität bei den Norddeutschen Hallenmeisterschaften im Sportzentrum am Sprangerweg jedoch der Trost, nur mit viel Pech im Halbfinale am späteren Überraschungsturniersieger Alster Cricket Club Hamburg ausgeschieden zu sein.

Begonnen hatte alles ideal für die Göttinger Cricketer. Nach vorzeitigen Vorrundenerfolgen gegen das Team aus Fallingbostel und gegen Pak Alemi Hamburg hatte sich die Mannschaft um Kapitän Alastor Premnath den Gruppensieg erspielt. Ein wenig in Bedrängnis gerieten die Gastgeber dabei nur gegen die Hansestädter, die sich den zweiten Platz und damit die Halbfinalteilnahme sicherten.

Lehrgeld bezahlt

In Gruppe zwei setzten sich die aktuellen nordrhein- westfälischen Meister aus Bonn, die mit mehreren Nationalspielern angereist waren, ungefährdet ohne Niederlage durch. Der spätere Gesamtsieger vom Alster Hamburg schaffte Rang zwei. Chancenlos waren die Akteure der zweiten Göttinger Auswahl, die ohne Sieg blieben. „Natürlich hatten wir vorher auch den Ehrgeiz zu gewinnen, aber eigentlich war nicht mit einem Erfolg von uns zu rechnen. Wir haben Lehrgeld bezahlt“, erklärte Cricket- Club- Pressewart Simon Dubbert, nach den deutlichen Niederlagen.

Die Göttinger Reserve wartete allerdings mit einem Novum auf. Mit Bettina Hammersen hatte die Mannschaft die einzige Frau des Turniers in ihren Reihen. Hammersen, die ihren leidenschaftlichen Einsatz mit einigen blauen Flecken bezahlte, wurde von ihren männlichen Kontrahenten nicht geschont. „Die haben alle voll durchgezogen“, stellte sie fest. Ihre auch spielerisch tolle Leistung wurde jedoch belohnt. Nach Turnierende nahm Hammersen, die ihre ersten offiziellen Spiele absolviert hatte, den begehrten Titel fürs „Best Sporting Achievment“ mit nach Hause.

Nachlassende Konzentration

Im Halbfinale entwickelte sich ein offenes Match zwischen der ersten Göttinger Garnitur und Alster Hamburg. Die Elbestädter hatten 124 Runs vorgelegt, die von den Lokalmatadoren jedoch beinahe geknackt wurde. Zum Schluss waren die Göttinger allerdings wohl etwas übermotiviert und wollten beim Batting zuviel, weswegen zwar die Hallendecke mit dem Ball Bekanntschaft machte, weiter Punkte jedoch ausblieben.

Nach 106 Runs kassierten sie dann ihr fünftes Out, welches das Spiel beendete. Kapitän Premnath bemängelte vor allem die nachlassende Konzentration seines teams. „Bis kurz vor Ende waren wir auf der Siegerstraße, dann haben wir innerhalb von zwei, drei Minuten verloren“, analysierte er.

Das Finale dominierten die Hamburger vom Alster Cricket Club dann deutlich. Nachdem sie 125 Punkte vorgelegt hatten, schafften sie schon im achten von zehn Overs das fünfte Out gegen die Bonner, die ihr Semifinale nochleicht gegen Pak Alemi gewonnen hatten. Die Punkteanzeige blieb zum Schluss bei nur 73 Runs für die Spieler aus der ehemaligen Bundeshauptstadt stehen, die mit Channa Liyanarachi immerhin den laut Statistiken besten Spieler des Turniers stellten.